Arbeitsweise
Warum ich selten dort anfange, wo es weh tut.
Ich bin seit 2012 Physiotherapeut und habe seitdem mehr als 45.000 Behandlungen gegeben. Immer wieder kam ich dabei an einen Punkt, an dem der Verlauf stagnierte. Die Behandlung war fachlich sauber, der Befund klar, und trotzdem änderte sich auf Dauer nichts. Aus solchen Verläufen habe ich mehr gelernt als aus allen Erfolgen zusammen.

Systemisch denken
Der Körper arbeitet als Netzwerk. Deshalb untersuche ich mehr als die schmerzhafte Stelle.
Frühere Verletzungen verändern, wie Du Dich bewegst, und Belastung beeinflusst, wie gut Du Dich erholst. Darum lohnt sich ein Blick über die schmerzhafte Stelle hinaus. Die Grundlage bleibt die klassische physiotherapeutische Untersuchung.
Bewegung
Ich sehe mir an, wie Du Dich bewegst und welche Bewegungen Du im Alltag oder Sport bevorzugst.
Nervensystem
Wie sicher und koordiniert eine Bewegung gelingt, hängt auch davon ab, wie Dein Nervensystem Reize verarbeitet.
Regulation
Ich frage nach Schlaf und Stress, weil beides beeinflusst, wie Dein Körper auf Belastung reagiert.
Belastbarkeit
Am Ende zählt, ob Du eine Bewegung im Alltag zuverlässig und gut dosiert wiederholen kannst.
Mein Arbeitsmodell
Sechs Blickwinkel, offen eingeordnet.
Bei der Untersuchung nutze ich mehrere Modelle. Manche sind anatomisch gut belegt, andere stammen aus der Erfahrungsmedizin und sind wissenschaftlich umstritten. Ich sage Dir jeweils, womit ich gerade arbeite.

01 · Strukturelle Ebene
Von der Haut zur Muskulatur.
Ich taste mich von der Haut über die Muskulatur zum Fasziengewebe vor und prüfe Spannung und Verschieblichkeit. Das ist klassische physiotherapeutische Befundung.

02 · Tragende Strukturen
Beweglichkeit von Gelenken und Wirbelsäule.
Ich prüfe, wie beweglich Gelenke und Wirbelsäulensegmente sind, und sehe mir an, wie Du im Stehen und in Bewegung Last verteilst.

03 · Neurologische Ebene
Nervenverläufe einordnen.
Strahlen Beschwerden aus, prüfe ich die Nervenverläufe. Das hilft einzuordnen, welche Strukturen beteiligt sein können.

04 · Segmentale Ebene
Vom Hautareal zum Segment.
Dermatome ordnen Hautbereiche bestimmten Rückenmarkssegmenten zu, das ist anatomisches Grundwissen. Reflexzonen gehen darüber hinaus. Sie sind ein Erfahrungsmodell, dessen Aussagekraft wissenschaftlich nicht belegt ist.

05 · Akupunkturmeridiane
Meridiane als Landkarte.
Meridiane stammen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Für sie als anatomische Struktur gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis. Ich nutze ihre Verläufe, um Beobachtungen zu ordnen, und leite daraus keine Diagnose ab.

06 · Emotionale Ebene
Anspannung zeigt sich im Körper.
Anspannung und Belastung zeigen sich oft in Atmung und Muskelspannung. Wenn ich das beobachte, spreche ich es an. Psychische Beschwerden behandle ich nicht, dafür empfehle ich Dir Fachleute.
Einordnung
Wie ich den Muskeltest einsetze.
Du drückst mit einem Arm oder Bein gegen meine Hand, zuerst ohne weiteren Reiz. Dann berühre ich eine schmerzhafte oder auffällige Stelle, und wir wiederholen den Test. Ändert sich die Spannung spürbar, gehe ich dieser Stelle weiter nach. Nach der Behandlung testen wir erneut.
Der Muskeltest ist ein Werkzeug aus meiner Praxiserfahrung. Er ist wissenschaftlich nicht als Diagnoseverfahren belegt und liefert keinen objektiven Messwert. Das gilt auch für Meridiane und Reflexzonen. Ich nutze sie, um Zusammenhänge strukturiert zu erkunden, und prüfe jedes Ergebnis mit der klassischen physiotherapeutischen Untersuchung. Die Diagnose stellt Deine Ärztin oder Dein Arzt.
DER ERSTE TERMIN
Was im ersten Termin passiert.
Der erste Termin dauert zwischen 45 und 60 Minuten. Wir sprechen über Deine Beschwerden, ich untersuche Dich, behandle zum ersten Mal und erkläre Dir am Ende, was ich gefunden habe. Für Physiotherapie brauchst Du eine ärztliche Verordnung.